Brevo veröffentlichte seinen 2026 Marketing Engagement Benchmark am 21. April auf Basis von proprietären Daten aus Milliarden von Nachrichten, die von 175.000 Unternehmen weltweit über Email, SMS, WhatsApp, Push-Benachrichtigungen und Mobile-Wallet-Kanäle versendet wurden. Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: Top-Performer wechseln von volumengesteuerten Strategien zu orchestrierten, lifecycle-getriebenen Kampagnen über mehrere Kanäle hinweg. Für Marketer, die Erfolg immer noch nur am Versandvolumen messen, signalisiert dieser Report einen klaren Wandel in dem, was effektives Engagement wirklich bedeutet.
Das Kernproblem: Email-Überflutung schadet der Performance
Je stärker Unternehmen wachsen, desto mehr neigen sie dazu, Email zu überlasten, was den Postfach-Wettbewerb verschärft und das Engagement senkt. Der Brevo Benchmark macht dieses strukturelle Problem mit Daten sichtbar. Email bleibt der Anker-Kanal, aber Versender mit hohem Volumen (1 Million oder mehr Nachrichten pro Jahr) sehen Rückgänge bei den Click-Through-Raten, wenn der Postfach-Konkurrenzdruck seinen Höhepunkt erreicht.
Dieses Muster entspricht dem, was andere Branchenbeobachter berichten. Automation 2026 dreht sich weniger um isolierte Drip-Kampagnen und mehr um vollständige Lifecycle-Orchestration, wobei Email-Automation mittlerweile ganze Kundenreisen vom ersten Kontakt bis zur langfristigen Bindung unterstützt. Die Brevo-Daten geben diesem Shift eine messbare Grundlage.
Was der Benchmark tatsächlich misst
Der Benchmark basiert auf aggregierten, anonymisierten Messaging-Daten von über 50.000 aktiven Brevo-Kunden aus 2025, verwendet ungewichtete Durchschnitte mit entfernten Extremwerten, um eine realistische Baseline für typische Performance über alle Kanäle hinweg zu liefern.
Der Report deckt fünf Kanäle mit spezifischer Ausrichtung ab: Jeder Kanal sollte eine eigene Funktion in der Customer Journey erfüllen, statt dieselbe Nachricht über alle Plattformen zu verteilen. Top-Teams weisen Komplementär-Kanälen spezifische Aufgaben zu, wenn Email nicht das richtige Werkzeug ist.
SMS, Push und Mobile Wallet haben jeweils ihre Rolle
Der Benchmark zieht eine klare Linie zwischen dem, was jeder Kanal gut leistet. SMS-Volumen spitzt sich genau dann zu, wenn der Postfach-Wettbewerb am höchsten ist, was SMS als Dringlichkeits-Layer in einem gut strukturierten Kanal-Mix positioniert. Das wird durch breitere Branchendaten gestützt: Der Dotdigital 2026 Global Benchmark Report zeigt, dass SMS eine Click-Through-Rate von 25,7% erreicht, siebenmal höher als Email.
Push-Benachrichtigungen füllen eine andere Lücke. Push funktioniert als stetiger, echtzeit-Engager, während Mobile Wallet als stiller Loyalitäts-Treiber mit 43% Wachstum Jahr über Jahr an Bedeutung gewinnt. Auf der Wallet-Seite speziell helfen Mobile Wallets Unternehmen, stärkere Kundenbeziehungen aufzubauen, was zu einer 52% Umsatzsteigerung für Wallet-Kunden gegenüber Nicht-Wallet-Kunden führt und eine 95% Bindungsquote erreicht.
WhatsApp komplettiert das Kanal-Bild. WhatsApp-Nachrichten erreichen eine 98% Öffnungsrate, was sie ideal für zeitkritische Angebote an zielgerichtete Zielgruppen macht. Diese Art von Reichweite ist schwer nur mit Email zu erreichen, besonders angesichts von Apple Mail Privacy Protection, die Open-Rate-Daten verzerrt. 
Der strategische Shift: Von Kanal-Häufung zu Orchestration
Die Unterscheidung, die Brevo trifft, liegt zwischen Kanälen hinzufügen und Kanälen orchestrieren. Marken gewinnen nicht mit Email allein; sie schützen Email, indem sie jedem Kanal eine spezifische Aufgabe zuweisen. Dieses Framing hat praktische Relevanz. Marketer, die SMS oder Push ohne definierte Rolle für jeden Kanal hinzufügen, riskieren, dasselbe Überflutungsproblem, das sie bereits mit Email haben, zu verschärfen.
Emails Entwicklung zur Orchestrations-Schicht für das gesamte Kunden-Erlebnis hat sich beschleunigt, wobei führende Marken Journeys gestalten, in denen Email als verbindendes Element jeden Touchpoint miteinander verbindet. Der Brevo Benchmark belegt diese Richtung mit Zahlen und gibt Teams ein datengestütztes Argument für eine Umstrukturierung, wie sie Messaging-Verantwortungen verteilen.
Klaviyo's Analyse von Marketing-Automation-Trends für 2026 deutet auf denselben Shift hin, wobei Experten "Omnichannel-Marketing-Automation mit tiefem Zugriff auf Backend-Daten" als charakteristisches Merkmal von Marken beschreiben, die sich abheben werden.
Was das für Ihr Email-Programm bedeutet
Die praktischen Implikationen sind konkret. Benchmarking Ihrer KPIs hilft Ihnen, frühe Anzeichen von Postfach-Müdigkeit zu erkennen. Die Vergleichung der Performance nach Branche und das Verständnis, wie Top-Teams den Email-Druck durch andere Kanäle reduzieren, gibt Ihnen eine klare Abfolge zur Diagnose und Lösung des Problems.
Bei Datenschutz-Änderungen, die traditionelles Tracking erodieren, werden Erstanbieter-Daten, also Ihre eigenen Abonnenten-Verhaltensweisen, Vorlieben und Engagement-Signale, zu Ihrem strategischsten Asset. Einheitliche Datenplattformen sind nicht länger optional; sie sind Enabler für präzise Segmentierung, verhalten-getriggerte Journeys, die sich wie 1:1-Kommunikation und nicht wie Broadcast anfühlen, und besseres Messen von echten Geschäftsergebnissen.
Für Teams, die noch kanal-für-kanal ohne gemeinsame Datenschicht arbeiten, ist der Brevo Report eine nützliche Zwangsmaßnahme. Der vollständige 2026 Benchmark ist direkt von Brevo verfügbar und enthält ein interaktives Tool zum Vergleich Ihrer Email-KPIs gegen 30.000+ Unternehmen nach Branche. Die zentrale Erkenntnis erfordert keinen Download: Mehr zu versenden ist nicht die Lösung, und die Marken mit dem besten Engagement sind diejenigen, die jeden Kanal als bewusste Wahl und nicht als Standard behandeln.



