Neun von zehn Unternehmen führen ihre E-Mail-Kampagnen immer noch genauso durch wie vor einem Jahrzehnt, wie neue Forschungen der portugiesischen Marketing-Plattform E-goi zeigen. Die am 20. April veröffentlichten Erkenntnisse von E-goi quantifizieren ein Problem, das E-Mail-Marketer längst vermuten: Das "Broadcast-Prinzip", bei dem dieselbe Nachricht an die gesamte Datenbank versendet wird in der Hoffnung auf Erfolg, ist immer noch der Standard für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen.
Das Timing ist entscheidend, denn die E-Mail-Landschaft hat sich seit 2016 grundlegend verändert. Taktiken, die damals noch vertretbar waren, führen heute zu messbaren Auswirkungen auf Zustellbarkeit, Absender-Reputation und Umsatz.
Das Bot-Problem frisst Ihre Rentabilität auf
E-goi-CEO Miguel Gonçalves begreift das Problem als direkte Rentabilitätsfrage: Wenn E-Mail-Marketing 2016 noch 44 Euro pro ausgegebenem Euro brachte, wie sieht die Rendite heute aus, wenn bis zu 50% einer Kontaktliste aus Bots bestehen können?
Diese Frage wiegt schwerer, wenn man sich ansieht, was der Markt aktuell meldet. E-Mail-Marketing bringt weiterhin durchschnittlich 36 bis 42 Euro pro ausgegebenem Euro ein und schlägt damit bezahlte Suchanzeigen (2 Euro), Social-Media-Werbung (2,80 Euro) und Display-Anzeigen (1,35 Euro). Aber diese Zahl setzt voraus, dass Sie tatsächliche Menschen erreichen. Bei einem Anteil von über 42% Bot-Traffic in aktuellen Studien wird das Ignorieren von menschlichem Verhalten Ihre Engagement-Metriken ruinieren.
Die praktische Konsequenz: Öffnungsraten, Klickraten und Engagement-Daten werden zur Fiktion, wenn Bots sie aufblähen. Klickrate und Umsatz pro Kontakt haben die Öffnungsrate als primäre Erfolgsmessung abgelöst, hauptsächlich wegen Datenschutz-Updates, die das Öffnungs-Tracking unzuverlässig gemacht haben. Unternehmen, die 2026 noch auf Öffnungsraten optimieren, navigieren mit einem defekten Kompass.
Die durchschnittliche E-Mail-Liste schrumpft jedes Jahr um 22%, und das Entfernen inaktiver Kontakte, die in 90 Tagen nicht geklickt haben, kann die Zustellbarkeit um rund 15% sofort verbessern. Die meisten Unternehmen mit Broadcast-Kampagnen machen das nicht.
Was "E-Mail-Marketing wie 2016" wirklich kostet
Das strukturelle Problem geht über Listenhygiene hinaus. Einer von fünf kommerziellen E-Mails erreicht den Posteingang nicht wegen schlechter Domain-Gesundheit. Großvolumiges Versenden ohne Authentifizierungsinfrastruktur ist kein nebensächliches Versehen mehr, sondern die direkte Ursache für Posteingangs-Unsichtbarkeit.
Die 45-Prozentpunkt-Lücke bei der Posteingangs-Platzierung zwischen authentifizierten und nicht authentifizierten Absendern stellt den größten verfügbaren Hebel für die meisten Organisationen dar. Wenn Sie SPF, DKIM und DMARC nicht implementiert haben, verlieren Sie fast die Hälfte Ihres E-Mail-Traffics, bevor er den Posteingang erreicht.
Daniel Alves, Head of Innovation and Research bei E-goi, drückte es im Bericht deutlich aus: Mit fast der Hälfte des Web-Traffics durch Bots und aggressiver werdenden Spam-Filtern droht digitale Unsichtbarkeit für Unternehmen, die ihre Versendinfrastruktur nicht modernisieren. Wie Alves sagte: "Im Jahr 2026 geht es nicht darum, wer am lautesten schreit, sondern wer im Kontext jedes Kunden am relevantesten ist."
Automation ist der Unterschied zwischen Überleben und Wachstum
Die Daten zu Automation sprechen eine klare Sprache für den Abschied vom Broadcast-Versand. Automatisierte E-Mails machten gerade mal 2% der E-Mail-Sends aus, trieben aber 30% der Einnahmen und generierten 16-mal höheren Umsatz pro Versand als geplante Kampagnen.
Die KI-Adoption im E-Mail-Marketing hat die 60%-Marke unter Marketern überschritten, und KI-gesteuerte Kampagnen generieren rund 41% höhere Einnahmen als traditionelle Ansätze. Der Abstand zwischen Teams, die Verhaltenstracking und Personalisierung nutzen, und denen, die ihre komplette Liste noch im Batch-Modus versenden, wird jedes Quartal größer.
KI-generierte Betreffzeilen schlagen von Menschen geschriebene um 26% bei der Öffnungsrate, und dynamische Versandzeitoptimierung bringt zusätzliche 14% Steigerung, wenn sie mit KI-Betreffzeilen kombiniert wird. Das sind keine marginalen Gewinne. Bei einer Liste mit 100.000 Abonnenten ist der kumulative Effekt erheblich.
E-goi's kostenloses Webinar am 30. April
Um Unternehmen zu unterstützen, kündigte E-goi ein kostenloses Webinar unter dem Titel "Immer noch E-Mail-Marketing wie 2016? Das ändert sich 2026" an, das die Mechaniken behandelt, die über Posteingangs-Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Die Session richtet sich an Marketing-Profis, E-Commerce-Manager und Business-Entscheider, die ihre Versendinfrastruktur modernisieren möchten.
Das Webinar findet am Donnerstag, 30. April um 15 Uhr Lissaboner Zeit statt. Alle registrierten Teilnehmer erhalten sowohl den Live-Zugangslink als auch eine Aufzeichnung zur späteren Ansicht.
Für Growth-Teams, die die E-Mail-Rentabilität an 2016-Maßstäben messen, ist die Kernbotschaft aus E-gois Forschung unmissverständlich: Der Kanal funktioniert immer noch auf hohem Niveau, aber nur für Versender, die ihre Arbeitsweise modernisiert haben. Bot-gefilterte Listen, Authentifizierungsprotokolle, Verhaltensautomation und individuelle Versandzeitpräzision sind keine fortgeschrittenen Taktiken mehr. Sie sind die Grundvoraussetzung für Posteingangs-Zugang in 2026.


